Geortet! : Die Tücken des Tickets

Was das Handyticket so alles kann! Definitiv zu viel, findet Ralf Schönball. Er hat keine Lust, sich bei jeder Fahrt von der BVG überwachen zu lassen.

von
In Zukunft soll man auch bei der BVG sein Ticket mit dem Handy lösen können. Dazu will das Unternehmen die Bewegungsprofile der Nutzer sechs Monate lang speichern. Foto: dapd
In Zukunft soll man auch bei der BVG sein Ticket mit dem Handy lösen können. Dazu will das Unternehmen die Bewegungsprofile der...Foto: dapd

Nun sage keiner mehr, landeseigene Firmen hätten den Innovationszug verpasst. Wer künftig mit der BVG fahren will, muss nicht mehr tief in der Tasche nach Münzen fischen, um einen Fahrschein zu lösen. Er wird auch nicht mehr, weil er den Fahrkartenautomaten mit Scheinen gefüttert hat, dem U-Bahn-Wagen mit ausgebeulten Hosentaschen voller klimpernder Münzen hinterherrennen. Künftig brauchen wir nur noch unser Handy, um die Beförderungsgebühr zu entrichten. So einfach geht das. So einfach? Natürlich nicht, denn die BVG schreibt mit am großen Buch über die Tücken der Technik. Zunächst muss man eine BVG-App laden, also einen satellitenüberwachten Ortungsdienst, der am Beginn und am Ende der Fahrt aktiviert werden muss. Aber bitte vor Betreten des U-Bahn-Hofes, weil auf dem Bahnsteig selbst nichts mehr geht. Wer dann vergisst, die App wieder auszuschalten, wird zur Strafe nach vier Stunden in die Warteschleife eines Call-Centers verbannt und dann befragt. „Um die Fahrdaten abzugleichen“, heißt es. Und vielleicht auch noch, um abzuklären, wie man hinkam, wo man eben überall war. Überwachung made by BVG.

Autor

5 Kommentare

Neuester Kommentar