Meinung : Gerücht in die richtige Richtung

SUPERMINISTER CLEMENT?

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Gerhard Schröders Kabinettstisch glich in den ersten vier Jahren seiner Kanzlerschaft einer Kneipentheke. Die Leute kamen und gingen und kamen. Neun Minister musste der Kanzler in vier Jahren ersetzen. Kaum einer dieser Wechsel war geplant, die meisten aus Affärennot geboren. Denn eigentlich ist Schröder bei Personalfragen ein Konservativer. Auch jetzt sieht es nicht so aus, als wolle er seine zweite Chance zu einer mutigen Kabinettsreform nutzen. Dabei wäre gerade in den Schlüsselressorts zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, dem Arbeits- und dem Wirtschaftsministerium, ein Wechsel sinnvoll. Dem stillen Werner Müller fehlten die Strahlkraft nach außen und der Rückhalt in der SPD. Arbeitsminister Walter Riester – mehr Verwalter als Gestalter – wird sein Verliererimage wohl nicht mehr abschütteln. Schade eigentlich, dass die Idee, NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement zum neuen Superminister zu machen, nicht mehr als ein Gerücht ist. Der Querkopf Clement wäre stark und erfahren genug, um die nötigen Reformen anzupacken. Er hat bewiesen, dass er sich von Aufschreien der Besitzstandswahrer in den Gewerkschaften und der SPD nicht beeindrucken lässt. Doch gegen seinen Aufstieg vom Regionalfürsten zum Superminister spricht zweierlei: Die Nachfolge im wichtigen SPD-Land ist nicht geregelt. Zudem haben Müller und Riester schon eine Zusage, dass sie weitermachen dürfen. Schröder wird wohl weiter festhalten: am Alten, aber nicht Bewährten. mfk

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