Geschäftsklima : Gefühlter Aufschwung

Der wichtigste Konjunkturindikator, das Ifo-Geschäftsklima, verbessert sich wieder. Doch es wäre zu früh, bereits das Ende der schwersten Rezession der vergangenen siebzig Jahre auszurufen.

Was ist nur mit der Krise los? Gerade hatten wir uns an den steten Strom schlechter Nachrichten gewöhnt, an Horrornachrichten von wegbrechenden Aufträgen und immer neuen Firmenpleiten. Und jetzt verbessert sich der wichtigste Konjunkturindikator, das Ifo-Geschäftsklima, schon wieder – nachdem die Börse bereits einen spürbaren Aufstieg hinter sich hat. Doch es wäre zu früh, bereits das Ende der schwersten Rezession der vergangenen siebzig Jahre auszurufen. Der freie Fall der deutschen Wirtschaft ist gestoppt, mehr aber auch nicht. So gut wie in alten Aufschwungzeiten ist die Stimmung bei den Unternehmen noch längst nicht. Und neben den wenigen guten Nachrichten gibt es noch immer reihenweise schlechte: Die Industrie darbt weiter, im Baugewerbe haben sich die Aussichten sogar noch verschlechtert – trotz der vielen staatlichen Milliarden für die Konjunktur. Und das dicke Ende kommt erst noch – in Form kräftig steigender Arbeitslosenzahlen. Fünf Millionen Menschen dürften im nächsten Jahr ohne Job sein und über deutlich weniger Geld verfügen. Zuversicht, Glaube an einen Aufschwung gar dürften es schwer haben in einem solchen Klima. Womöglich entsteht eine Eigendynamik, mit einbrechender Binnennachfrage und Zweckpessimismus – und die Krise dauert eher noch Jahre als Monate. jte

0 Kommentare

Neuester Kommentar