Meinung : Gespenst in der letzten Reihe

DIE HAMBURGER KOALITION

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Eigentlich hat es die Koalition in Hamburg nicht geschafft. Zwei ungültige Stimmen haben Ole von Beust und seinen Partnern die Regierung gerettet, nicht wirklich die Mehrheit der eigenen Leute. Bei 121 Anwesenden hätten mindestens 61 für den neuen Innensenator Dirk Nockemann stimmen müssen, es waren aber nur 60. Die 57 Neinstimmen dagegen sind genau so viele wie die Opposition von SPD und Grünen in der Bürgerschaft Köpfe hat. Natürlich redet sich der Bürgermeister von Beust die Abstimmung über den SchillNachfolger jetzt schön, kündigt konsequente Sacharbeit an – aber gerettet ist sein Bündnis nicht wirklich. Dass die Zeitbombe Schill weiter tickt, macht der rausgeworfene Rechtspopulist schon in dieser Sitzung überdeutlich. Er will nicht klein beigeben. Zwar sagt er, er werde nichts tun, was der Mitte-Rechts-Regierung schaden könnte – gleichzeitig aber gibt er von der letzten Reihe aus demonstrativ Interviews. Das war kein Sieg für Ole von Beust. Der Hamburger Bürgermeister wird nicht so einfach zu ruhiger Arbeit zurückkehren können. Die Hansestadt muss sich wohl eher auf weitere recht stürmische Zeiten einstellen. Neuwahlen wären – zumal bei diesem Ergebnis – die ehrlichere Variante gewesen. mue

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