Gespräche zwischen Iran und USA : Sie können auch anders

Reden ist immer gut. Wer sich aber von den offiziellen Gesprächen zwischen dem Iran und den USA eine wirkliche Verbesserung der Beziehungen erhofft hatte – allen voran die irakische Regierung –, wurde erwartungsgemäß enttäuscht. Die Amerikaner haben vor dem Treffen noch einmal mit dem Säbel gerasselt und ein großes Militärmanöver im Persischen Golf veranstaltet. Der Iran weiß aber, dass es (noch) in einer relativ komfortablen Situation ist. Die Bush-Regierung braucht die Kooperation Teherans zur Eindämmung der sektiererischen Gewalt im Irak dringender als umgekehrt. Wie wenig die Mullahs bereit sind, ihre destabilisierende Rolle in der Region aufzugeben und einen Modus vivendi mit den USA zu finden, haben sie in diesen Wochen wieder eindrücklich gezeigt: Teheran hat wieder ein UN-Ultimatum in Sachen Urananreicherung verstreichen lassen. Zudem wurden mehrere iranisch-amerikanische Wissenschaftler unter fadenscheinigen Behauptungen ins Gefängnis geworfen. Manche dieser Iran-Experten waren bekannte Befürworter einer Annäherung zwischen Teheran und Washington. Das zeigt, dass einflussreiche Kreise in der iranischen Führung jeden Dialog mit den USA torpedieren wollen. Selbst wenn die Bush-Regierung ihren Konfrontationskurs allmählich korrigiert: Man braucht zwei für eine Einigung. clw

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