Gesundheit : Künstliche Hüften: Zu schnell, zu oft

Müssen wir jetzt wieder eine Debatte darüber ertragen, ob sich für Menschen im hohen Alter noch eine künstliche Hüfte auf Kassenkosten lohnt? Schon die Fragestellung ist menschenverachtend, und JU-Chef Philipp Mißfelder musste für seine freche Forderung nach einer Altersgrenze damals zu Recht an den Pranger.

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Für Betroffene ist jeder Tag mit weniger Schmerzen und mehr Beweglichkeit ein unschätzbarer Gewinn an Lebensqualität, kein Politiker oder Kassenfunktionär sollte sich anmaßen, in irgendeiner Weise über dessen Wert zu urteilen. Dass die Zahl der Hüft- und Kniegelenksoperationen steigt und wir sie gemeinsam bezahlen, ist der Preis einer menschenwürdig alternden Gesellschaft. Allerdings hat die enorme Steigerungsrate noch andere Ursachen, die wir keineswegs hinzunehmen brauchen. Dass zu schnell und zu oft operiert wird, weil die Kapazitäten da sind und Geld verdient werden will, ist eine Vermutung, der dringend nachgegangen werden sollte. Dass sich die Qualität nicht erhöht und jede siebte Hüfte nachgebessert werden muss, ist angesichts der hohen Fallzahl unerträglich. Und auch mit Prävention ließe sich sparen. Nicht nur das Alter, auch Gewicht und Bewegungsarmut machen Knie und Hüfte kaputt.

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