Meinung : Gesundheitswesen: Wirkstoffe gegen die Kosten-Krise

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Knapp fünf Milliarden Mark beträgt das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr 2001: Die Finanzkrise hat das deutsche Gesundheitswesen wieder ereilt. Sie gehört zu jenen Leiden, bei denen pragmatische Maßnahmen eher denn Allheilmittel gefragt sind. Alle Seiten - Patienten und Krankenkassen ebenso wie Ärzte, Pharmafirmen und andere Leistungsanbieter - müssen sich an der Sanierung beteiligen. So gesehen ist der Vorschlag von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Ärzte sollten nur noch Wirkstoffe verschreiben, sehr vernünftig. Auf diese Weise würden künftig mehr preiswerte Präparate als bisher verschrieben. Eine andere Frage ist, ob sich eine solche Maßnahme überhaupt durchsetzen lässt. Denn sie würde die Gewinne der Apotheker wie der pharmazeutischen Industrie schmälern. Deshalb ist schon die Positivliste sinnvoller Medikamente immer wieder gescheitert. Aber irgendwo müssen wir mit dem Sparen mal anfangen, auch wenn preiswerte Wirkstoffe nicht die einzige Maßnahme sein können, um das Gesundheitswesen zu kurieren. Ein weiteres Problem besteht darin, dass Ärzte oft nicht jene Arzneien verschreiben, die wirklich sinnvoll sind. Und Patienten haben sich daran gewöhnt, dass teure Mittel billig sind - zumindest an der Apothekenkasse.

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