Gewaltausbruch im Kosovo : Neue Grenzen

Kaum hat das Kosovo seine Unabhängigkeit erklärt, da greifen Serben im Norden der Provinz Kontrollposten an. Nun liegt es an Politikern wie Boris Tadic, ob es bei den gegenwärtigen Scharmützeln bleibt oder ob daraus ein Flächenbrand entsteht.

Albrecht Meier

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auf die Freudentänze auf den Straßen von Pristina ein Ausbruch der Gewalt folgen würde. Kaum hat das Kosovo seine Unabhängigkeit erklärt, da greifen Serben im Norden der Provinz, aus der nun ein Staat geworden ist, Kontrollposten an. Vieles spricht dafür, dass die Kfor-Truppe diesmal besser gerüstet ist als bei den Unruhen vor knapp vier Jahren. Damals wurden Bundeswehrsoldaten von einer Gewaltwelle völlig überrascht. Überraschend kommt aber in diesen Tagen nichts – nicht die Ausrufung der Unabhängigkeit, nicht die Anerkennung des Kosovo durch zahlreiche EU-Staaten. Weil sich das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen lässt, liegt es vor allem an serbischen Politikern wie dem proeuropäischen Präsidenten Boris Tadic, die Lage zu beruhigen. An ihrem verbalen Geschick wird es liegen, ob es bei den gegenwärtigen Scharmützeln bleibt oder ob daraus ein Flächenbrand entsteht. Und nicht zuletzt die EU ist gefordert. Sie hat zwar keine Einigkeit in der Anerkennungsfrage zu bieten, sollte aber zumindest Sorge dafür tragen, dass auch die serbische Minderheit im Kosovo zu ihrem Recht kommt. ame

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