Gleichberechtigung : Männer an die Macht!

In der Schweiz ist der Männerbeauftragte zurückgetreten. Männerbeauftragte? Wer braucht die? Unser Kolumnist Helmut Schümann meint, dass die Diskriminierung des Mannes nun endlich ein Ende haben muss.

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Stark am Glas: Tagesspiegel-Kolumnist Helmut Schümann.
Stark am Glas: Tagesspiegel-Kolumnist Helmut Schümann.Foto: Tagesspiegel

Niemand wird wohl bestreiten wollen, dass der Mittfünfziger, trotz weitläufiger Geheimratsecken und Brille im Gesicht, ein Mann ist. Mithin maskulin. Wie er nun diversen Internetforen entnehmen kann, gibt es den Maskulismus oder auch Maskulinismus. Irgendein Horst, oder auch, bitte, man will niemandem zu nahe treten, Jürgen, Ernst oder Konstantin, fordern darin die Abschaffung der Diskriminierung der Männer, weil nämlich das ,Männliche’ an sich naturbedingt überlegen ist. Jau, denkt der Mittfünfziger, kenn ich, geht mir seit Jahren so, immer werde ich diskriminiert, wenn ich jedes Mal großartig argumentieren muss, dass das nächste Fußballspiel im Fernsehen das wichtigste des Jahrzehnts ist, und dass zum Zuschauen naturbedingt Bier gehört.

Bester und jüngster Beleg für die weltweite Diskriminierung des Mannes ist der quasi erzwungene Rücktritt des Männerbeauftragten der Schweiz, Markus Theunert. Die Schweiz, seit Jahrhunderten bekannt als feministische Diktatur, die schon 1971 (!) das Wahlrecht auch für Frauen einführte, im Kanton Appenzell Innerrhoden sogar noch früher, nämlich 1990 (!!), und dass, obwohl schon im Namen des Kantons nachzulesen ist, dass das Männliche überlegen ist – die Schweiz also hätte einen Männerbeauftragten dringend nötig. Wo sie es doch erfunden haben. Zurückgetreten ist Theunert wegen seiner Forderung, Jugendlichen unter 16 Jahren in der Schule zu pädagogischen Zwecken Pornofilme zu zeigen. Das kam nicht so gut an in der feministischen Diktatur.

Aber auch bei uns, im ach so gleichberechtigten Deutschland, ist die feministische Diktatur auf dem Vormarsch. Mann kann das daran ablesen, dass feinsinnige und feingeistige Naturelle, wie die Maskulinisten Dieter Bohlen oder Lothar Matthäus, regelmäßig von der feministischen Kampfpresse der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Ohne, dass sie durch einen Männerbeauftragten in ihrer naturbedingten Überlegenheit geschützt würden. Oder, jüngstes Beispiel: Wochenlang klagte alle Welt, dass DER Sommer fürchterlich war. Nun scheint DIE Sonne und alle lobpreisen sie. Die berechtigten Anliegen der Männer erleiden in diesen Tagen schwere Schäden. Der Mittfünfziger, der maskuline Geheimratseckenträger, ist auch darüber sehr glücklich.

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