GM und Opel : Schönheitswettbewerb

Es geht GM wieder besser - aber Staatsgelder wollen sie trotzdem. Die Opel-Mutter wird sie auch kriegen

Henrik Mortsiefer

Die Autobosse in Detroit beherrschen den Umgangston der neuen Zeit schon ziemlich gut. Zuerst reiste General-Motors-Chef Fritz Henderson nach Deutschland, um bei den Opel-Beschäftigten zu antichambrieren und zur besten Sendezeit die deutschen Steuerzahler zu besänftigen. Die saßen ziemlich verwirrt vor der Nachricht, dass GM Opel nun doch behalten will, weil es angeblich besser läuft im Autogeschäft. Nun legt Henderson Geschäftszahlen vor, die zeigen: Es geht GM tatsächlich langsam wieder besser. Wenn aber die eine oder andere europäische Regierung trotzdem mit Steuergeld Unterstützung bei der Opel-Sanierung anbieten wolle – ausschlagen würde man sie nicht. Das ist wieder so eine charmante Volte, die man GM nicht zugetraut hätte. In Wahrheit hat Henderson europäische Steuergelder längst auf der Rechnung. Seit Montag ist der Schönheitswettbewerb der europäischen Opel-Standorte eröffnet. Deutschland, Spanien, Polen, Belgien, Großbritannien – alle werden sich anbieten, sobald Henderson das Sanierungskonzept für Opel und Vauxhall präsentiert. Charmant werden dann die öffentlichen Opel-Unterstützer sein müssen. GM wird sich auf Stellenstreichungen und Werksschließungen konzentrieren.

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