Gottschalk bei RTL : Geht’s noch öder?

Der Show-Gigant Thomas Gottschalk geht zu RTL und bildet dort mit dem Pop-Titanen Dieter Bohlen eine Jury in der Castingshow „Das Supertalent“. Das deutsche Fernsehen ist damit endgültig in den Standby-Modus gewechselt. Wenn selbst der Marktführer RTL seine künftigen Stars bei der ARD abholt, wenn selbst das Privatfernsehen, das sein Publikum unterhalb der Demarkationslinie von 50 Jahren gewinnen will, den 62-jährigen Gottschalk mit dem 58-jährigen Bohlen zusammenspannt. Welch eine Ideenarmut, welch ein Mangel an Spontaneität! Mehr als 20 000 Menschen arbeiten in den großen Sendern, und doch scheint der Restposten an Kreativen nur an der Unterhaltungslinie Bohlen-Gottschalk-Jauch-Pilawa-Pflaume-Schmidt entlang zu denken und zu handeln. Der schlimme Witz ist doch der, dass ein Sender Gottschalk zwar nicht heute, so doch morgen engagieren kann, dass hier ein Reigen sogenannter Publikumslieblinge stattfindet, der am Gesamtbefund rein gar nichts ändert: Fernsehen als Parade der Wiedergänger. Hallo, öffentlich-rechtliche und private Programmmacher, es muss ein Fernsehen jenseits der Gottschalk-Satrapen und Bohlen-Attrappen geben. Wenn das nicht geboten wird, sind die Zuschauer schneller weg, als Titan und Gigant Supertalente und Publikum finden können. jbh

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