Meinung : Green Week

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Fünf Jahre Ruhe für Berlins Messechef Raimund Hosch. Die politischen Gremien des Landes Berlin bewilligen der Messe GmbH für diesen Zeitraum 65 Millionen Euro. Das ist eine richtige Entscheidung, denn so leistet das Land als Eigentümer einen Beitrag zur Instandhaltung der Hallen unterm Funkturm und zur Sanierung des benachbarten ICC. Hosch ist ein Messemacher und kein Immobilienvermarkter. Deshalb hat er lange eine Trennung der teuren Immobilie vom Veranstaltungsgeschäft betrieben: das Land behält Liegenschaft und Hallen, die Messen und Kongresse werden privatisiert. Doch das war politisch nicht durchsetzbar. Als kleine Entschädigung bekommt Hosch nun für fünf Jahre eine Kalkulationsgrundlage. Und er darf endlich ins Ausland: Das Geschäftsfeld der Messe beschränkt sich bislang im Wesentlichen auf die Stadtgrenzen, derweil die Konkurrenz tüchtig investiert. So nimmt die Frankfurter Messe rund 200 Millionen Euro für die Auslandsexpansion in die Hand. Von solchen Summen träumt Hosch nicht mal. Er möchte ein wenig Geld verdienen mit der Vermarktung der Grünen Woche und der Internationalen Tourismusbörse ITB. Und warum sollte es in Peking keinen Ableger dieser Messen geben? Weil einige Berliner Abgeordnete der Ansicht sind, dass Messen nur ein Instrument der kommunalen Wirtschaftsförderung sind und im Ausland nichts zu suchen haben? Die Berliner Politik hat gerade noch die Kurve gekriegt. Mal sehen, was Hosch daraus macht. alf

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