Meinung : Greenbacks über dem Hindukusch

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Eigentlich eine schöne Idee: Dollarnoten an die Afghanen verteilen, in kleinen Päckchen aus der Luft, in jedem zwei Hunderter, dazu ein Bild von George Dabblju. So was stiftet Völkerfreundschaft, das schafft Vertrauen. Reuters hat es gerade gemeldet: Hocherfreute Süd-Afghanen hätten von solchen Himmelsgaben berichtet. Glauben wir die Geschichte? Nun, einiges spricht dagegen: Man weiß nicht, wo Bin Laden und die Seinen sich aufhalten, womöglich mitten im Abwurfgebiet. Zudem ist die Infrastruktur in Afghanistan noch nicht derart entwickelt, dass die Afghanen die Dollars in die richtigen Geschäfte tragen könnten, Mc Donalds-Filialen etwa oder Multiplexkinos mit neun amerikanischen von zehn internationalen Filmen drin gibt es in der Gegend noch kaum - wo aber sonst sollten die Unwissenden ihre Liebe zu Amerika nachhaltig ausbilden? Für die Schein-Idee spricht die Lernfähigkeit der westlichen Welt. Wir erinnern uns an die ersten Lebensmittelpakete, die man über Afghanistan abwarf. Da waren Erdnussbutter und Crackers drin, und man muss ja einsehen, dass die Afghanen andere Speisen besser kennen, also lieber mögen. Mit Dollars können sie sich kaufen, was sie brauchen. Im unerschütterlichen Vertrauen in die Weisheit amerikanischer Kriegsführung glauben wir mal die Geschichte, warnen aber davor, nun mit dem Abwurf börsennotierter Wertpapiere zu beginnen. Man warte wenigstens noch das Ende der Aktienflaute ab.

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