Griechenland : Weidmann konterst Schäubles Pläne

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat gerade Wolfgang Schäubles Vorschlag einer Umschuldung Griechenlands regelrecht in der Luft zerfetzt. Seine kluge Analyse bringt leider wenig.

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Als Angela Merkel ihn ziehen ließ, da lautete der Vorwurf, er sei zu regierungsnah und seine Berufung gefährde die Unabhängigkeit der Bundesbank. Erst seit gut sechs Wochen amtiert Jens Weidmann als oberster deutscher Währungshüter, aber dieser Vorwurf ist abgeräumt. Er hat gerade Wolfgang Schäubles Vorschlag einer Umschuldung Griechenlands regelrecht in der Luft zerfetzt. Der Finanzminister will die Laufzeiten griechischer Anleihen strecken – aber unter Zwang bringt das Chaos in die Finanzwelt, und freiwillig funktioniert es nicht. Wer sollte sich denn mit langen Laufzeiten dubioser Finanztitel begnügen, wenn er sie heute mit begrenzten Verlusten verkaufen kann? Augen zu und raus. Das ist hier die wenig verwerfliche Devise großer Investoren. Weidmann hat das erkannt. Leider bringt die kluge Analyse wenig. Schäubles Vorschlag hatte vermutlich vor allem die Besänftigung der FDP zum Ziel. Er wird selber um die Schwächen seines Vorschlags wissen. Wie aber Griechenland aus der Krise kommt, ist nach wie vor völlig offen. Die gute Nachricht ist, dass der Euro trotz dieses ganzen Irrsinns hoch im Kurs steht. Man gewöhnt sich eben an alles, und Griechenland ist winzig im Vergleich zu den ebenfalls überschuldeten USA.

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