Griechenland : Zurück zur Drachme

Während sich das Hilfspersonal um eine Therapie bemüht, verschlechtert sich der Zustand des Patienten. Am Ende bleibt dann nur der große Eingriff. Wenn überhaupt. In Athen verhandeln Vertreter der EU, der EZB und des IWF über ein Hilfspaket für das so übel verschuldete Euro-Land. Unglaubliche zwei bis drei Wochen sind für die Gespräche veranschlagt – daran wird die Komplexität der Materie deutlich. Die Zweifel am Erfolg der Operation werden derweil größer. Denn trotz der grundsätzlichen Hilfsbereitschaft und allerlei beschwichtigender Worte von EU-Politikern rutschen die Griechen immer tiefer in den Sumpf der eigenen Schuldenlast. Am Dienstag mussten wieder einmal neue Rekordzinsen für Staatsanleihen gezahlt werden, das Misstrauen der Märkte ist enorm groß, und die Spekulanten machen ihre Geschäfte mit dem Elend Athens. Deshalb gehen womöglich die Sparmaßnahmen der Regierung Papandreou ebenso ins Leere wie die Bemühungen der anderen Euro-Länder. Dann nix wie raus: Die Griechen holen die Drachme zurück, können die neue alte Währung abwerten, was den griechischen Exporten guttut, Importe verteuert und mehr Touristen ins günstige Drachmen-Land lockt. alf

Seite 15

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben