Großelternzeit : Mit Opa im Zoo

Wer tauscht nicht liebend gern für eine Zeit lang seinen drögen Schreibtischjob gegen lustige Zirkusbesuche mit den Enkelkindern? Doch der Vorschlag der Familienministerin hat einen Pferdefuß.

Antje Sirleschtov

Was könnte es Schöneres geben, als mit Mitte 50 für ein oder zwei Jahre aus dem Job auszusteigen und die Enkelkinder zu hüten. Die jungen Eltern können an ihrer Karriere feilen, die süßen Kleinen sind gut aufgehoben und - Hand aufs Herz – welche Oma tauschte nicht liebend gern für eine Zeit lang ihren drögen Schreibtischjob gegen lustige Zirkusbesuche mit den Enkelkindern? Zumal es den Familienzusammenhalt enorm stärkt. Man muss, und da liegt der Pferdefuß in Kristina Schröders neuester Gesetzesidee, man muss sich den Luxus nur leisten können. Denn zu Hause bleiben dürfen sollen Oma und Opa, so der Vorschlag der Familienministerin. Aber staatlichen Ausgleich gibt es nicht. Schröder macht also ein Großelterngesetz für die finanziell abgesicherte Familie. Das ist schön, das darf auch sein. Aber tut es wirklich not? Bis heute stehen Mütter Schlange, wenn es um Ganztagsbetreuung in Kitas geht, wenn überhaupt ein Angebot aufzutreiben ist. Und die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass bis Mitte 2013 nicht genug Kita-Plätze vorhanden sein werden, um den Rechtsanspruch mit Leben zu erfüllen. Dort liegen die wirklich wichtigen Aufgaben einer Bundesfamilienministerin.

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