Grüne : Die eine kämpft, die andere nicht

Renate Künast ist wieder da. Daran sollte sich Katrin Göring-Eckardt ein Vorbild nehmen

Sigrid Kneist
Foto: dpa

Machtbewusstsein ist nicht nur ein Ausweis männlicher Politik. Auch Politikerinnen sind darin durchaus geübt. Renate Künast beispielsweise. In ihrem Berliner Landesverband war die Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion vor einem Jahr überhaupt nicht mehr gut gelitten. Zu jener Zeit hätte man dort nicht mehr viel auf ihre politische Zukunft gegeben. Aber jetzt steht sie auf Platz eins der Landesliste für die Bundestagswahl. Dafür musste sie hart arbeiten. Renate Künast hat sich stets durchgebissen, sie hat sich auch dieses Mal zurückgekämpft. Als Katrin Göring-Eckardt sich im November neben Jürgen Trittin als Spitzenkandidatin für den Bundeswahlkampf auch gegen Künast durchsetzte, war das ein starkes Signal. Allerdings war das vor allem eine Folge der komplizierten innerparteilichen Strukturen. Nach der ersten Aufregung wurde es dann ziemlich still um die Thüringerin. Ausgerechnet bei den Berliner Grünen und bei der Kür ihrer früheren Konkurrentin sollte Göring-Eckardt erstmals wieder mit einer programmatischen Rede auftreten, blieb dabei aber ziemlich blass. Angesichts des „harten und anstrengenden Wahlkampfes“, den sie selber erwartet, kann die Basis damit nicht zufrieden sein. Da wird auch die Spitzenkandidatin kämpfen müssen, wenn sie nicht untergehen will. sik

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