Meinung : Grüne Toleranz

FISCHERS PARTEI UND DER KRIEG

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Was ist mit den Grünen los? Da räumt Joschka Fischer mal eben eine Lebenslüge der Koalition beiseite und erklärt die Zustimmung zum Irakkrieg im Sicherheitsrat für möglich. Noch vor kurzem hätte diese Rückkehr zum Realismus per Machtwort einen Aufruhr in der Partei provoziert: Verrat der Wahlversprechen! Heute muss man nach grünen Kritikern der neuen IrakWende lange suchen: Über allen UN-Gipfeln ist Ruh’, über allen Wipfeln spürest du kaum einen Hauch. Das ist umso erstaunlicher, als Fischer den Deutschen methodisch und schrittweise die Illusionen nimmt, die Rot-Grün ihnen im Wahlkampf eingeimpft hatte. Die Grünen aber wundern sich nicht einmal mehr darüber, dass der deutsche Außenminister von sich aus auf die Forderung nach einer neuen UN-Resolution vor einem Krieg verzichtet. Vielleicht will er mit diesem Vorgehen die USA stärker an die Weltgemeinschaft binden. Dann sollte Fischer das nicht nur in vertraulichen Parteigesprächen, sondern öffentlich erklären. Sein neuer Realismus könnte den Parteifrieden bald wieder stören: Wenn Fischer auch so handelt, wie er redet. Wer den Krieg bejaht, kann schwerlich passiv zuschauen. hmt

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