Grünen-Führung : Der Kampf geht weiter

Der Kampf zwischen Özdemir und Ratzmann ist zu Ende. Der zwischen Özdemir und Roth um das bessere Abschneiden beginnt.

Hans Monath

Zehn Wochen vor dem Parteitag der Grünen im November steht überraschenderweise schon fest, wer die Ökopartei künftig führt: Weil Volker Ratzmann Familiensinn beweist, tritt der Realpolitiker Cem Özdemir dann ungefährdet neben die Parteilinke Claudia Roth. Damit verjüngt sich die Grünen-Spitze zumindest auf einem Posten. Der 42-jährige Deutschtürke gehört nicht mehr jener Generation etablierter Grünen-Politiker an, die schon in der Ära Fischer zentrale Schaltstellen besetzte. Die Machtverteilung zwischen Realos und Linken berührt das aber kaum. Im Wahljahr werden vor allem die Spitzenkandidaten Renate Künast und Jürgen Trittin die Vorderbühne bespielen. Allenfalls ist es ein Dämpfer für den persönlichen Ehrgeiz Künasts, weil sie massiv auf Ratzmann setzte und ihn förmlich zur Kandidatur drängte. Der Kampf zwischen Özdemir und Ratzmann ist zu Ende. Der zwischen Özdemir und Roth um das bessere Abschneiden beginnt. Beide Reformer waren schon gezwungen, neue Ideen für die Grünen zu präsentieren. Die Parteilinke Roth konnte sich bislang auf dem Nimbus ihrer Unverzichtbarkeit ausruhen. Für sie wird es nun etwas ungemütlicher. hmt

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