Meinung : Grüner wird’s nicht

„Die grüne Elite“ vom 5. November

Mit dem Hinweis, dass umweltpolitische Maßnahmen oft Bezieher niedriger Einkommen überproportional belasten, legt Malte Lehming den Finger in eine Wunde der Umweltpolitik. Er zieht aber die falsche Schlussfolgerung, wenn er pauschal den Umweltschutz anprangert. Die von ihm kritisierten Maßnahmen wie Gebäudesanierung und Energieverbrauchsvorschriften bei Konsumprodukten dienen dem Energiesparen und führen zu Kostensenkungen bei Mietern und Verbrauchern, von denen Bezieher niedriger Einkommen überproportional profitieren. Die Bedeutung solcher Maßnahmen für den eigenen Geldbeutel wurde 2008 deutlich, als die Energie- und Kraftstoffpreise einen bisher nicht gekannten Höchststand erreicht hatten. Nach einem Zwischentief liegt der Rohölpreis wieder bei über 80$, bei weiterem Wirtschaftswachstum dürften die alten Höchststände bald überschritten werden. Diese hohen Preise sind nicht Ergebnis der Umweltpolitik, sondern Ausdruck relativer Knappheit fossiler Brennstoffe im globalen Maßstab. Politik, die auf Energiesparen setzt, schützt nicht nur das Klima, sondern sorgt auch dafür, dass bei steigenden Preisen fossiler Brennstoffe die damit verbundenen Belastungen für niedrige Einkommen erträglich bleiben. Wichtig ist allerdings, darüber zu debattieren, wer die Kosten von umweltpolitischen Maßnahmen trägt. Wenn diese Kosten überproportional von Beziehern höherer Einkommen getragen werden, macht Öko die Armen nicht ärmer, sondern reicher. Prof. Dr. Frank Wätzold,

Berlin-Zehlendorf

Ihr Artikel ist intelligent gedacht, gut verfasst und beleuchtet unerwartete Aspekte. Doch was sollen die sachlich falschen, unfairen Hiebe auf Beamte? Beamte haben sichere Arbeitsplätze, hohe Einkommen haben Sie nicht. Wenn Sie die Ausbildung berücksichtigen und die Einkommen von Beamten mit abgeschlossenem Hochschulstudium mit denen selbstständiger Hochschulabsolventen oder angestellter Akademikern vergleichen, liegen die Beamten nicht vorn. Leitende Beamte größerer Behörden verdienen weniger als leitende Angestellte von Betrieben vergleichbarer Größe. Wenn Sie glauben, dass ein Polizeibeamter wesentlich mehr verdient als ein Facharbeiter in der Automobilindustrie, irren Sie. Einkommen in Deutschland hängen in erster Linie von Qualifikation, Leistungsbereitschaft und -fähigkeit ab. Wer etwas kann, gesund, leistungsfähig und jünger ist, hat kein Arbeitsplatz- und Einkommensproblem. Die große Gruppe der einkommensschwachen Menschen setzt sich aus ganz unterschiedlichen Teilmengen zusammen. Es gibt viele schicksalhafte Ursachen für Armut. Die Gemeinschaft steht in der Pflicht, ihre schwachen Mitglieder zu unterstützen. Gleichwertig ist aber die individuelle Pflicht, den größtmöglichen persönlichen Beitrag für das Gemeinwesen zu erbringen, damit es stark genug ist, um den schicksalhaft Schwachen helfen zu können. Der Verweis auf einzelne Gruppen von Erwerbstätigen mit dem Ziel, über eine emotionale Klischeeschiene positive oder negative Assoziationen zu wecken, lenkt von konstruktivem Denken ab und hilft niemandem. Armin Wasmus, per email

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