Meinung : Grünes Ländle

Berichterstattung zu den Wahlen

Das CDU-Wahldebakel in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz, bei dem elf Millionen Bürger fast wie bei einem Volksentscheid abgestimmt haben, hat gezeigt, dass die Götterdämmerung für Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeleitet ist. Ihren politischen Zenit hatte sie schon vor ihrem wahltaktischen Zickzackkurs in der Atompolitik überschritten. Auch die Enthaltung bei der Militär-

intervention in Libyen, wo es um

Menschenrechte und die Einführung der Demokratie geht, zeigt, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung auf

keinem Politikfeld den Wirklichkeitstest mit dem Wahlvolk mehr besteht.

Die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel und der FDP-Bundesvorsitzende Guido Westerwelle haben ihre politische Glaubwürdigkeit verloren und ihre Halbwertzeit in Berlin tendiert seit diesen bundespolitisch relevanten Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eindeutig gegen null.

Albert Alten, Wernigerode

Übereinstimmend berichten die Medien über das Entsetzen und den Schock, mit dem die FDP die Wahlergebnisse in Südwestdeutschland registriert. Entsetzt muss aber der Wähler über die unglaubliche Realitätsferne der Liberalen sein, denn solch ein Ergebnis hat sich schon seit längerer Zeit abgezeichnet. Überraschend ist eigentlich nur, dass noch so viele Menschen FDP gewählt haben, dass in Baden-Württemberg die kläglichen fünf Prozent knapp überschritten wurden.

Peter Lein, Berlin-Siemensstadt

Der Super-GAU ist eingetreten. Nein, (noch) nicht in Fukushima, aber bei der Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg. Mappus und Merkel haben die Quittung für Stuttgart 21, für Super E10, für die Verlängerung der AKW-Laufzeiten und den Teufelspakt mit der Atomlobby bekommen. Vox populi, vox Dei (Volkes Stimme, Gottes Stimme)! Schwarz-Gelb ist abgewählt, die Anti-Atomkraft-Opposition hat gesiegt. Der eigentliche Wahlgewinner sind jedoch „Die Grünen“, die bereits durch den Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 groß herauskamen. Fukushima 2011 kann ihnen jetzt sogar den ersten grünen Ministerpräsidenten bescheren. Atomstrom ist megaout, Ökostrom ist in. Übrigens, Ökostrom muss nicht unbedingt teurer sein.

Roland Klose, Bad Fredeburg

Makaber ist ein schwaches Wort für den grünen Jubel am gestrigen Wahlsonntag. Sie fallen sich in die Arme, reißen sie hoch wie bei einem Rock-Konzert... Alles eine Beschwerung durch den Super-Gau... aber am anderen Ende der Welt.

Und Frau Künast sollte man einen Geigerzähler zur Verfügung stellen, damit sie den „enormen Rückenwind“ messen kann, den sie sich verspricht.

Otmar Kränzlein, Berlin-Westend

Die Irrationalität des exorbitanten Stimmenzugewinns der Grünen bei den Wahlen am vergangenen Sonntag ist beängstigend, wie auch schon der exorbitante Zugewinn der FDP bei den letzten Bundestagswahlen es war.

In beiden Fällen ist die Irrationalität der Wähler beängstigend. Damals hielten viele die illusorischen Steuersenkungspläne der FDP für realistisch, jetzt reagieren viele irrational auf den Kernkraftunfall in Japan, als kämen in Deutschland Tsunamis und gefährliche Erdbeben vor.

Wahlentscheidungen, einschließlich der Entscheidung, ob man überhaupt zur Wahl geht, werden immer häufiger spontan aufgrund der momentanen (mediengesteuerten) Stimmung gefällt; es fehlen umfassendes politisches Bewusstsein, Interesse und Verantwortungsgefühl. Wahlen scheinen auch immer mehr eine Frage der Mode zu werden: Was wählt „man“ diesmal. (Das übermitteln die Medien.) Wahlen werden vor allem als ein Wettkampf mit Siegern und Verlierern betrachtet, nicht als eine Weichenstellung für die zukünftige Politik und damit für die Zukunft unseres Landes und seiner Menschen.

Dierk Lübbers, Münster

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