Grundschulstudie : Am Lehrer liegt’s

Grundständige Gymnasien taugen nichts und die sechsjährigen Grundschulen sind besser als ihr Ruf – diese Behauptung hat das Potenzial für einen echten Kulturkampf.

Gerd Nowakowski

Der Pisa-Forscher Jürgen Baumert setzt mit seiner Studie die Debatte wieder auf Anfang, die vor Jahresfrist mit der genau gegensätzlichen Expertise begann. Berlins Grundschullehrer werden mit Genugtuung lesen, dass Kinder dort ebenso gute Lernerfolge erzielen können wie die Schüler der fünften und sechsten Klassen von grundständigen Gymnasien.

Sicher ist, dass auch die neue Studie parteipolitisch bewertet wird – etwa in Hamburg, wo bürgerliche Eltern mit den Lernerfolgen der Gymnasien gegen die geplante Regionalschule kämpfen. Wer wollte bezweifeln, dass es an grundständigen Gymnasien, wo sich Kinder aus bildungsorientierten Elternhäusern konzentrieren, auch gute Ergebnisse gibt. Ebenso aber gilt, dass Grundschulen mit kleinen Klassen und engagierten Pädagogen erfolgreich mithalten können.

Auf die Lehrer kommt es eben an – und die Mittel, die Berlin bereit ist, für Bildung auszugeben. Dass in Grundschulen trotz der Brandbriefe aus den Bezirken die Klassen wieder größer werden, ist kein gutes Zeichen.

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