Meinung : Gruppenarbeit

„Wer ein summa verdient“ vom 3. Dezember

Wir sind der Meinung, dass wir die individuelle wissenschaftliche Arbeit mit größtmöglichem Freiheitsgrad nicht einer institutionalisierten Gängelung opfern sollten. Meine Doktoranden schätzen die individuelle Betreuung sehr. Einmal im Monat findet ein Doktorandenseminar (Pflicht!) statt, in dem jeder über Fortschritte und auch Schwierigkeiten berichtet. Die Doktoranden diskutieren gemeinsam und helfen sich gegenseitig, moderiert durch meine Mitarbeiter und durch mich. Wer länger als drei Monate lang nicht erscheint, dem kündigen wir. Unsere Doktoranden können uns jeden Tag in der Abteilung ansprechen, wir sind online durch Datenaustausch zu Hause verknüpft und haben unsere

Mobiltelefonnummern ausgetauscht.

Ich vergebe nur Themen, die ich selbst beurteilen kann, die also in meinem eigenen Forschungsbereich liegen. Die Arbeiten der Doktoranden sind Teil unserer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekte.

Was unsere Doktoranden nicht wissen, können sie nicht in den von Ihnen gewünschten Kursen von uns lernen, denn wir wissen es auch nicht: Wir sehen den Sinn der Promotion darin, dass sich die Doktoranden das gemeinsam mit uns erarbeiten müssen.

Die Promotion sollte für die kreativen, innovativen Köpfe so frei wie möglich gestaltet werden. Dies setzt natürlich voraus, dass die Doktormütter und -väter sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst sind. Dies sollte so sein, denn es werden doch auch immer die „Besten“ berufen, oder?!

Prof. Dr. Dr. Ralf J. Radlanski,

Berlin-Wilmersdorf

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