Guantanamo-Häftlinge : Schöne Geste

Manchmal ist es einfach, Gutes zu tun. Die Aufnahme von Guantanamo-Häftlingen in Deutschland könnte so eine Tat sein, die wenig Einsatz erfordert – und viel bewirken kann.

Ulrike Scheffer

Manchmal ist es einfach, Gutes zu tun. Die Aufnahme von Guantanamo-Häftlingen in Deutschland könnte so eine Tat sein, die wenig Einsatz erfordert – und viel bewirken kann. Die Männer, um die es jetzt geht, sind jene Häftlinge, von denen die USA inzwischen annehmen, dass sie keine Terroristen sind, die aus unterschiedlichen Gründen aber nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können oder wollen. Kämen einige von ihnen nach Deutschland, würde dies die Sicherheit nicht beeinträchtigen. Ihnen zu helfen, gebietet allein der Respekt vor der Menschenwürde. Wer argumentiert, die USA stünden in der Verantwortung, den zu Unrecht Festgehaltenen Asyl zu gewähren, verkennt die Chance, die sich für die deutsch-amerikanischen Beziehungen auftut. Wenn Deutschland auf die USA zuginge, wäre dies eine schöne Geste an die Adresse des nächsten US-Präsidenten, der einen Schlussstrich unter die fragwürdigen Methoden seines Vorgängers im Antiterrorkampf ziehen will. Eine bessere Gelegenheit, den künftigen Partner als Freund zu gewinnen, dürfte sich so schnell kein zweites Mal bieten. Nicht zuletzt ist es im europäischen Interesse, das ramponierte Image des Westens im Umgang mit den Menschenrechten zu korrigieren.uls

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