Meinung : Gut aufgestellt

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Wenn man uns so reden hört, muss man sagen: Wir leben in einer ganz schön sportlichen Gesellschaft. Denn wir befinden uns im ständigen Wettbewerb. Mit der Zeit. Mit den Billiglohnländern. Mit den Japanern. Eigentlich mit allem und jedem. In diesem Wettbewerb müssen wir richtig fit sein und Teamfähigkeit zeigen und natürlich auch noch Fairplay, sonst stehen wir ganz schnell im Abseits zusammen mit denen, die Trainingsrückstand haben. Die größten Sportskanonen aber sind unsere Verantwortungsträger aus Politik und Wirtschaft. Denn sie wissen angeblich, wie man all die Wettbewerbe gewinnen kann. Man muss einfach nur „gut aufgestellt“ sein. Das sagen sie jetzt immer. Unsere Firmenbosse sagen: Wir sind gut aufgestellt im Kampf um die Zukunft; unsere Parteivorsitzenden sagen: Wir sind gut aufgestellt für die nächste Kommunallandtagseuropawahl. Es kann nur noch eine Frage der Zeit sein, bis es am Arbeitsplatz keine Dienstpläne mehr gibt, sondern nur noch Aufstellungen. Dann wird alles besser. Wer gut aufgestellt ist, so sagen es die Politiker und Manager, hat schon so gut wie gewonnen. Doch leider haben sie noch nicht die ganze Wahrheit des Sports übernommen. Man muss nämlich auch noch gut eingestellt sein, damit man sich im Wettbewerb dann gut anstellt. Aber auch das wird sicher bald kommen. teu

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