Meinung : Gute Chancen mit wenig Geld

ARBEITSMARKT

-

Leistungskürzungen und Bürokratieabbau sollen nach dem Willen des Bundeskanzlers mehr Jobs ermöglichen, aber auch die Kosten der Sozialsysteme in Grenzen halten. Härteste Einschnitte: Arbeitslose unter 55 Jahren werden nicht mehr als 12 Monate lang Arbeitslosengeld erhalten, für die älteren sind es höchstens 18 Monate (jetzt 32). Sofortige Einschnitte muss aber niemand fürchten, denn der Vertrauensschutz bedeutet, dass es eine Übergangsfrist von mindestens zwei bis drei Jahren geben muss. Jüngere Arbeitslose wird die Leistungsbegrenzung früher treffen als ältere.

Außerdem will Schröder den Kündigungsschutz in Kleinbetrieben mit mehr als fünf Beschäftigten lockern. Auch die Einstellung zusätzlicher, befristeter Arbeitskräfte wird die Betriebe nicht dem Kündigungsschutz unterstellen. Arbeitnehmer sollen bei betriebsbedingten Kündigungen ein Wahlrecht auf eine Abfindung erhalten. Die Sozialauswahl bei Entlassungen wird neu gefasst, damit jüngere, qualifizierte Arbeitnehmer einfacher als bisher im Betrieb gehalten werden können. Existenzgründer sollen für vier Jahre von KammerPflichtbeiträgen freigestellt werden und Beschäftigte bis zu vier (üblich: zwei) Jahren befristet einstellen können. Für Kleinbetriebe soll es ein vereinfachtes Steuerrecht mit vereinfachten Buchführungspflichten geben.

Im Handwerk wird der Zwang zum Meisterbrief (mit Ausnahmen) gelockert. Nach zehn Jahren Berufstätigkeit können Gesellen ihr Handwerk künftig selbstständig ausüben und auch ausbilden.

Sollten die Arbeitgeber ihrem Versprechen nicht nachkommen, jedem suchenden Jugendlichen eine Lehrstelle anzubieten, will die Regierung eine Ausbildungsplatzabgabe einführen. asi

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben