Meinung : Gute Nachbarn helfen

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Wenn innerhalb von Minuten Tausende, Zehntausende ihr Leben verlieren, Kinder im Klassenraum sterben, weil die Erde ihre Schule verschluckt, dann möchte man verzweifeln, einen Schuldigen – Umweltzerstörung? korrupte Politiker? Gott? – für all den Schrecken finden. Alles, nur nicht einfach: ruhig bleiben. Genau das sollten wir aber. Schließlich braucht auch der Nachbar, dessen Haus brennt, niemanden, der erschüttert die Hände ringt, sondern einen, der die Feuerwehr ruft und Verletzte verbindet. Wir kennen die Spendenkonten und wir können unserer Regierung und internationalen Organisationen Beine machen, wenn sie nicht von selbst funktionieren. Dass sie alle Nachbarn sind, das haben die Bürger der Erde mehr als durch alle religiösen oder ethischen Appelle begriffen, seit es Fernsehbilder gibt und erst recht, seit das Internet die Nachrichten vom Elend der Welt noch rascher in die eigenen vier Wände trägt. Dieser Planet wird eben nicht nur von Menschen zerstört, er ist und bleibt auch Opfer von Katastrophen, die nicht in Menschenhand liegen. Menschen allerdings müssen sie bewältigen. Hat da ein Erdbebenwarnsystem versagt, eine Regierung ohne Rücksicht auf die Gefahr bauen lassen? Wenn die Toten geborgen, die Verletzten versorgt sind, können wir wieder nach Verantwortung fragen. Und, als gute Nachbarn, helfen, für die nächste Katastrophe besser vorzusorgen. ade

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