Gute Zahlen bei der Deutschen Bank : Riskant – und relevant

Die Banken verdienen wieder prächtig - auch weil die Regulierung riskanter Geschäfte noch zu wünschen lässt.

Henrik Mortsiefer

Es wird wieder Geld verdient bei den Banken, viel Geld. Auch die Deutsche Bank schreibt Gewinn, vor allem im Investmentbanking. Paradox: Weil sich Staaten verschulden (um Banken zu stützen), haben Banker mehr zu tun (weil sie die Staatsanleihen am Kapitalmarkt platzieren). Das staunende Publikum hört von Milliarden, die in wenigen Monaten angehäuft werden. Und etliches davon teilen die Banker auf – unter sich. Die Bonuszahlungen sprudeln wie vor der Finanzkrise. Nichts gelernt, ein Jahr nach der Lehman-Pleite? Skandal! Doch gemach. Die Erregung trifft auch schon mal die Falschen. Gewiss, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat sich schon in manches Fettnäpfchen gesetzt, weil er zu sehr Bankbetriebswirt und zu wenig Aufklärer in eigener Sache war. Aber vergessen sollte man nicht, dass die Deutsche Bank keine direkte Staatshilfe benötigte, dass sie hochriskante Geschäfte zuletzt vermied und Wettbewerbern überließ, dass sie ihr Spitzenpersonal im internationalen Vergleich mäßig bezahlt. Den Rahmen aber, in dem Banken Geschäfte machen, setzen Regierungen. Hier liegt der Skandal: Außer warmen G-20-Resolutionen und Absichtserklärungen ist bei der Bankenaufsicht und der Regulierung systemrelevant-riskanter Geschäfte so gut wie nichts passiert.

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