Meinung : Guter Ruf kostet

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Noch vor kurzem sah es so aus, als sei der Kampf der Waschmaschinenbauer von Bosch-Siemens (BSH) in Berlin-Spandau aussichtslos. Trotz Streiks und lautstarker Demonstrationen samt wohlfeilen Politikerreden schien die Schließung der Produktion mit 570 Beschäftigten beschlossen zu sein – wegen der hohen Arbeitskosten. Die fälligen Abfindungen hätte das Unternehmen BSH mit dem Weltkonzern Siemens im Rücken wohl nur ein Achselzucken gekostet. Doch just dieser Weltkonzern ist nun in die Defensive geraten – durch das Aus für die vor Jahresfrist an BenQ hastig abgestoßene Handysparte und das Vorhaben, die Vorstandsgehälter um 30 Prozent anzuheben. Überrascht von den Protesten gegen seine polternde Unternehmensführung versucht Konzernchef Klaus Kleinfeld nun zu retten, was zu retten ist. Bis zu 200 Millionen Euro könnte Siemens in die Auffanggesellschaft für die 3000 Handy-Arbeiter aus Bocholt und Kamp-Lintfort stecken. Mit einem Bruchteil dieser Summe ließen sich die Arbeitsplätze im Berliner Waschmaschinenwerk retten. Kleinfeld ist derzeit nicht in der Position, dieses Argument als ökonomischen Unfug vom Tisch zu wischen. brö

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