Guttenberg in Kundus : Mut machen

Ein Verteidigungsminister ist kein Dressman. „Bella figura“ soll er politisch machen. Macht er sie? Er kritisiert Hysterie – und steigert sie.

Stephan-Andreas Casdorff

Guttenberg in Kundus, diesmal nicht elegant in Szene gesetzt. Gut so. Mann kann es auch übertreiben. Ein Verteidigungsminister ist kein Dressman. „Bella figura“ soll er politisch machen. Macht er sie? Er kritisiert Hysterie – und steigert sie. Dieses Hin und Her, immer im Brustton der Überzeugung – das kann die Leute nervös machen. Das sind einmal die ihm anvertrauten Staatsbürger in Uniform; Guttenberg ist immerhin der Ibuk, „Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt“, allerdings in Friedenszeiten. Im Krieg geht diese Gewalt auf die Kanzlerin über. Was angesichts der Lage ein interessanter Gedanke ist: Merkel muss das Kommando übernehmen. Zurück zu Guttenberg. Die Bürger-Wähler fragen sich auch zunehmend, ob der junge Herr der Richtige ist. Es ist Krieg! Und die Bundeswehr soll den Frieden gewinnen! Darum will er in Kundus gut Wetter machen. Lässt die Truppe dort den Mut sinken: schlecht. Wird sie wütend: schlecht. Fühlt sie sich allein gelassen: schlecht im Quadrat. Für ihn, und wegen künftiger Auslandseinsätze. Jetzt macht der Minister sich ein neues Bild. Gut so. Erst wissen, dann meinen. Denn klar ist: Liegt er noch einmal daneben, geht es um die Ästhetik seines Abgangs.

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