Meinung : Halt gesucht

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Schlechter noch als Frank Steffel abzuschneiden, darauf kann nur stolz sein, wer sich und anderen unbedingt Mut zusprechen muss. So geht es Friedbert Pflüger. Als einer, der weiß, was sich gehört, versucht er wirklich sein Bestes, diese Lesart des desaströsen Wahlergebnisses der CDU in Berlin – man schaue nur auf die realen Zahlen – durchzusetzen. Das tut er gewissermaßen in höherem Auftrag: in dem der Bundespartei. Damit hilft er sich und seiner Duzfreundin, der Bundesvorsitzenden. Denn auch Mecklenburg-Vorpommern ist für die CDU bei weitem nicht so gut gelaufen, wie sie gerne glauben machen möchte. Dort hat die Partei auch nicht profitiert vom wachsenden Unwillen über Rot-Rot. Wer die Zahlen anschaut und nicht die Prozente, wer darüber ehrlich Rechenschaft ablegt, der sieht die Verluste klarer, hinunter bis auf historische Tiefstände. So was nennt man Niederlagen. An ihnen zeigt sich außerdem noch das: Nirgends hat es der CDU genutzt, dass sie die Kanzlerin stellt. In ihrer politischen Heimat hat Angela Merkel keinen Bonus gebracht, am Ort ihres Wirkens, in der Bundeshauptstadt, genauso wenig. Das wird ganz sicher zum Thema werden in den kommenden Wochen und Monaten, und sei es anfangs auch nicht öffentlich. Die CDU hat doch längst angefangen zu bangen, und zwar seit dem Fall bei der Bundestagswahl. Sie wird nicht ins Bodenlose stürzen wollen. Sie wird Halt suchen, neuen Halt.cas

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