Hamburg-Mannheimer : Verdiente Mitarbeiter

Dieser Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer, seien wir ehrlich, war uns schon damals suspekt. Der sauber gescheitelte Biedermann, der von 1972 bis 2010 in TV- Spots für den Abschluss von Lebensversicherungen warb („Mehr vom Leben“), wirkte wie das Marketing der gesamten Branche: zu bemüht, zu fröhlich, zu verlogen. Ganz so schlimm ist es heute nicht mehr. Die Verbraucher sind informiert, sie lassen sich von einem Vertreter mit Aktenkoffer nichts mehr vormachen. Auch der Ergo-Konzern, zu dem die Hamburg-Mannheimer gehört, verbannte Herrn Kaiser vom Bildschirm. Heute denkt Schauspieler Samuel Finzi laut über das Leben und die Versicherung desselben nach. Das ist auch peinlich, aber nicht so bieder. Die Assekuranz hat immerhin einen Imagewandel geschafft. In der Finanzkrise wurde er sogar von soliden Zahlen untermauert: Während Anleger mit Investmentfonds Geld verloren, erwies sich die gute alte Lebensversicherung als wertstabil. Was ist also schiefgelaufen, dass sich Ergo ohne Not mit einer Sex-Party für verdiente Mitarbeiter zur Lachnummer macht? Hat der alte Herr Kaiser mal die Sau rauslassen wollen? Sex und Machtmissbrauch – Strauss-Kahn ist bei der Justiz gelandet. Über die Hamburg- Mannheimer wird nur gelacht. Noch. Ändern könnte sich das, wenn die Prämien zahlende Kundschaft nicht so lustig findet, dass die Sause 83 000 Euro gekostet hat. Fordert sie Schadenersatz, hat Ergo ein Problem – und die Branche auch. mot

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