Handel mit Immobilien : Flucht ins Beton-Gold

Sachwerte sind gefragt in Zeiten niedriger Zinsen und drohender Inflation. Deshalb strömt privates Kapital in Innenstadt- Immobilien deutscher Großstädte. Berlin ist Boomtown der Investoren, die sich von den Renditen des „Beton-Golds“ in einen Rausch versetzen lassen. Auch jeder zweite deutsche Sparer hält Immobilien inzwischen für eine ideale Form der Altersvorsorge – statt des Sparbuchs. Sind wir klug geworden aus den bitteren Erfahrungen, die wir an der Börse (New-Economy- Crash und Finanzkrise) und als Zinssparer (Vermögensverlust) gemacht haben? Dafür spricht, dass die Deutschen, anders als Amerikaner oder Spanier, auf eine solide Finanzierung Wert legen. Die Rechnung könnte also aufgehen. Eine für die Volkswirtschaft gefährliche Lawine von platzenden Immobilienkrediten ist nicht zu befürchten. Doch es lauern andere Gefahren: Die Zinsen werden wieder steigen und Finanzierungspläne teurer machen. Ob Top-Immobilien von heute auch morgen beim Verkauf noch Top-Preise erzielen, ist keineswegs garantiert. Und die politisch gewollte (und wohl auch gebotene) Mietpreisbremse wird manche Renditeerwartung enttäuschen. Immobilien sind Sachwerte, vollkommene Sicherheit bieten auch sie nicht. mot

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