Meinung : Hauptsache Quote

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Eigentlich ist es ein Erfolg, dass Deutschland seit einigen Jahren wieder mehr Geld für die Entwicklungshilfe ausgibt. Deutschland hatte sich auch dazu verpflichtet, dem Ziel der Vereinten Nationen, mindestens 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Hilfe aufzuwenden, in einem Stufenplan näher zu kommen. Doch wenn man berücksichtigt, was von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die diese sogenannte ODA-Quote errechnet, alles als Entwicklungshilfe gewertet wird, kommt man ins Grübeln. Deutschlands Quote profitiert besonders von den Schuldenstreichungen: Allein 2006 waren das 1,4 Milliarden Euro für Nigeria, für Rechnungen, die der alte Diktator Abacha vor Jahren nicht bezahlt hat, und 1,2 Milliarden Euro für den Irak. Angehäuft worden sind diese Schulden, weil deutsche Firmen irgendwann nicht mehr bezahlt worden sind und deshalb Hermesbürgschaften fällig wurden. Der Beitrag dieser Schuldenstreichung zu einer positiven Entwicklung in den beiden Ländern dürfte überschaubar sein. Noch fragwürdiger wird es aber, wenn Kosten aus Asylverfahren, für Kulturinstitute im Ausland oder Auslandsschulen oder auch die Kosten für ausländische Studenten an deutschen Universitäten angerechnet werden dürfen. Hat das wirklich noch etwas mit Entwicklungshilfe zu tun? Bei den Ausgaben für die Hilfe sollte es vielleicht doch mehr um Qualität als um Quantität gehen.deh

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