Heilmann vs. Wikipedia : Zensor statt Korrektor

Wäre Wikipedia nicht glaubwürdig, wäre Wikipedia tot. Gewöhnlich sorgt die Netzgemeinde selbst für das Ausmendeln wahrheitsgemäßer Aussagen. Lutz Heilmann wollte sich diesem Prozeß nicht stellen.

Joachim Huber

Im besten Falle wollte der Links-Politiker Lutz Heilmann die Wahrheit und nichts als die Wahrheit über sich lesen. Bei wikipedia.de sah der frühere Objekt- und Personenschützer der Staatssicherheit angeblich falsche Angaben zu seinem beruflichen und politischen Werdegang online gestellt. Also ließ Heilmann für alle Nutzer den Zugang zu Wikipedia sperren. Der Bundestagsabgeordnete wollte Korrektur und landete bei der Zensur. Er hatte nicht begriffen, dass jeder Wikipedia-Artikel über vielerlei Änderungen zu Gehalt und Wahrheit findet. Der Wert der Enzyklopädie liegt in ihrer stets überprüften Verlässlichkeit; wäre Wikipedia nicht glaubwürdig, wäre Wikipedia tot. Gewöhnlich sorgt die Netzgemeinde selbst für das Ausmendeln wahrheitsgemäßer Aussagen. Lutz Heilmann wollte sich diesem Prozeß nicht stellen und machte der Seite lieber den Prozess. Mit seiner Überreaktion hat er gängige Vorurteile gegenüber der Linkspartei aktiviert: ein Sammelbecken früherer Stasi-Kader und allfälliger Methoden. Jetzt hat Heilmann kleinlaut zurückgezogen, Wikipedia ist wieder zugänglich. Und die Linkspartei darf sich weiter von einem Bundestagsabgeordneten distanzieren, der sie blamiert hat. jbh

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