Meinung : Heiße Köpfe

ABBAS REICHT RÜCKTRITT EIN

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Mahmud Abbas, der erste palästinensische Ministerpräsident, hat seinen Rücktritt eingereicht. Und Autonomiepräsident Jassir Arafat hat ihn, nach langen Beratungen mit seinen Vertrauten, offenbar angenommen. Möglich, dass Abbas mit seinem Schritt entweder mehr Kompetenzen im Sicherheitsbereich für sich erhofft hat– im Rahmen von Verhandlungen über eine Rückkehr ins Amt. Oder aber er hat geglaubt, Arafat werde nun endlich die Taktik des gewaltsamen Kampfes aufgeben und auf Abbas’ moderatere Linie umschwenken. Dann hätte er sich mit seinem Rücktritt für die wohl letzte konkrete Friedenschance auf lange Zeit geopfert. Doch soviel Altruismus mag man keinem Politiker im Nahen Osten zutrauen, erst recht nicht angesichts des bisherigen Machtkampfes zwischen Arafat und Abbas. Noch weiß niemand, wie es weitergehen wird, selbst Arafat nicht, der den Rücktritt seines ehemaligen Kampfgefährten und heutigen Erzrivalen provoziert hat. Denn nun kommt es darauf an, wie vehement die USA Druck ausüben werden und welche Wirkung der Rücktritt in der palästinensischen Führung auslöst. Sicher ist nur, dass es Arafat mit seiner DestruktivTaktik gelungen ist, Abbas’ Friedensbemühungen zu torpedieren und die Macht erneut an sich zu reißen. Also nachzuweisen, dass er keineswegs die von Israel deklarierte „irrelevante Person“ ist, sondern dass jetzt und in absehbarer Zukunft ohne ihn im Nahen Osten nichts gehen wird – was Schlimmstes befürchten lässt. cal

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