Heizkosten in Berlin : Zweimal Klima retten

Die Umweltsenatorin will die Berliner Energiebilanz verbessern. Das sollte sie lieber in Zusammenarbeit mit den Betroffenen machen.

Ralf Schönball

Das Gesprächsklima ist vergiftet zwischen der Berliner Wohnungswirtschaft und Umweltsenatorin Katrin Lompscher – und das ist kein gutes Omen für das Klima, global und in der Stadt. Sicher, es geht „nur“ um gut 1,7 Millionen Wohnungen in Berlin. Doch die tragen auch zum großen Ganzen bei: Gut gedämmt und mit Ökotechnik veredelt, polieren sie die bundesdeutsche Energiebilanz auf; sie helfen so, internationale Umweltziele zu erreichen. Auch deshalb will Lompscher ein neues Klimaschutzgesetz, dessen Entwurf für Berliner Hauseigentümer eine Zumutung ist. Weil sie Umweltschweine sind? Mitnichten – das zeigen die Zahlen, die Lompscher gestern vorgestellt hat. In fünfzehn Jahren sank der Anteil der „Energieschleudern“ im Wohnungsbestand von 40 auf zwei Prozent. Andererseits ist es aber nicht so, dass die Wohnungswirtschaft Wunder vollbrachte. Ganz Ost-Berlin steckte 1993 noch im Sanierungsstau aus DDR-Zeiten. Der ist nun allenfalls abgebaut. Damit weiter Energie gespart wird, will Lompscher Heizungsanlagen öfters austauschen lassen und Ökotechnik zur Pflicht machen. Das sind gute Ideen, die sich rechnen könnten, denn die Energiepreise steigen. Doch ohne die Betroffenen sollten Politiker keine Gesetze machen. Um das Klima zu retten, sollte die Senatorin deshalb erst einmal das Gesprächsklima retten.

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