Helios und Rhön-Klinikum : Ausgebaut

In der griechischen Mythologie war Helios der Gott der Sonne. Jetzt soll die Sonne über dem deutschen Krankenhauswesen aufgehen. Der Dax-Konzern Fresenius will seine Berliner Krankenhaustochter Helios mit dem Konkurrenten Rhön-Klinikum verschmelzen und zum unangefochtenen Marktführer unter den privaten Klinikbetreibern ausbauen. Mehr als drei Milliarden Euro soll das kosten. Doch die Ausgabe dürfte sich rechnen. Denn anders als viele kleine kommunale Krankenhäuser erwirtschaften die Privaten ansehnliche Gewinne. Sie können günstiger einkaufen, weil sie nicht für eine Klinik, sondern für viele bestellen, sie können das medizinische Know-how innerhalb ihres Verbundes nutzen, und sie verfügen über das nötige Kapital für Investitionen. In privaten Häusern sind die Patienten daher nicht schlechter, oft sogar besser aufgehoben als in kleinen, unsanierten kommunalen Kliniken, denen der Stadtkämmerer wegen leerer Kassen nötige Investitionen untersagt. Doch die schöne private Krankenhauswelt hat ihren Preis. Die Investoren wollen Rendite sehen, die Investitionen müssen sich auszahlen. Kliniken in strukturschwachen Gegenden oder auf dem Land werfen wenig ab. Hier könnte schon bald die Sonne untergehen. hej

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