Meinung : Helmut Kohl: Binnen-Kult

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Was auch immer Helmut Kohl nachgesagt werden kann - er ist eine Größe. In der CDU in jedem Falle: Dort wird inzwischen die Ikonisierung vollzogen. Nach den Feiern zur Deutschen Einheit, bei denen die neue Vorsitzende das Zeichen dafür gab, darf sich nun auch das gemeine Mitglied wieder ohne schlechtes Gewissen zum alten Vorsitzenden bekennen, obwohl der doch eigentlich viel Ehre verloren hat. Das gilt erst recht, wenn das Mitglied in Rheinland-Pfalz zu Hause ist. Drei Kreisverbände schon wollen den Altkanzler in festlichem Rahmen sprechen lassen, zu Neujahr, aber auch aus Gründen des Wahlkampfs. Am 25. März wird dort ein neuer Landtag gewählt. Der Landesvorsitzende Christoph Böhr sagt auch, dass Kohl nicht versteckt werden soll. Das entspricht der Gemütslage, nicht der Faktenlage. Kohl wird eingeladen, als Attraktion; je größer die Entfernung vom herabsetzenden Ereignis, desto leichter. Man schaut auf ihn, aber längst nicht mehr in Erwartung des Unerwarteten. Alle wissen, was sie von ihm zu halten haben. Kohl als Binnen-Kult. Wie früher Trainer Klaus Schlappner "über de Brück" bei Waldhof Mannheim.

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