Meinung : Herr im Hause Bayern

STOIBER CONTRA MERKEL

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Was hat Stoiber denn plötzlich? Es ist ja sonst nicht (mehr) seine Art, sich mit Merkel anzulegen oder ihr zeigen zu wollen, wer der Herr im Haus ist. Beim Kündigungsschutz aber war es mal wieder so weit, und da stellt sich die Frage, ob der ExKanzlerkandidat vielleicht doch Probleme mit der entgangenen Chance hat. Psychologisch verständlich wär’s: Erst hat er sich geziert, dann die Union gerne im Wahlkampf geführt, nah ans Ziel – und knapp vorbei. Das ist ein Teil der Erklärung. Der andere lautet: Stoiber muss wieder eine Wahl gewinnen. In ein paar Monaten in Bayern gilt es, möglichst gut abzuschneiden, weil davon unverändert sein unionsinterner Stellenwert abhängt. Ein Ergebnis 50 plus x muss schon sein. Also profiliert sich Stoiber. Nun kann er als stolzer Bayer zwar anhaltend gegen Berlin Wahlkampf machen – allerdings besser nicht gegen die eigenen Leute. Die christsoziale Landesgruppe ist auch sauer auf ihren Parteichef. Immerhin hatte sie sich gerade mit der CDU zusammengerauft, und die Union war gerade dadurch stärker erschienen. Das gefährdet Stoiber nun. Aber Streit unter Schwestern ärgert nicht nur die Familie, sondern auch die anderen. Das sind die Wähler. Und die bestimmen, wer Herr im Haus ist. Stoiber weiß es doch besser. cas

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