Hessen : Auf Teufel komm raus

Während die SPD und die Linken in Hessen sich weiter unmöglich machen, lacht sich einer ins Fäustchen.

Stephan-Andreas Casdorff

In Hessen ist der Teufel los. Franz Müntefering reicht es, aus seiner Sicht hat die SPD das Büßergewand lang genug getragen. Aber das glaubt er doch wohl selbst nicht, nach dem, was die Genossen dort alles veranstaltet haben. Wie ist Andrea Ypsilanti eigentlich noch mal Spitzenkandidatin geworden, damals, mit den paar Stimmen Vorsprung vor Jürgen Walter? Man hört da so einiges, nicht wahr. Will heißen: Die Sache ist längst nicht ausgestanden.

Dass Ypsilanti jetzt aber nicht Platz machen will an der hessischen SPD-Spitze, um „die Verantwortung für das Abschneiden ihrer Partei bei den anstehenden Neuwahlen übernehmen“ zu können – Himmel, das klingt eben, nach einer Prinzessin der Lauterkeit, und ist doch nur der wiederholte Versuch, politisch so lange zu überleben, bis sie alle anderen wieder überlebt hat. Na dann, frohe Weihnachten. Wahrscheinlich wünscht sich Müntefering insgeheim, dass Knecht Ruprecht im härenen Gewand und mit Rute einen Besuch macht.

Es geht aber noch weiter auf der Linken, der weiter links von der SPD. „Die Linke“ streitet sich wie die Kesselflicker, und das mit Vorwürfen, als wollten ihre Genossen Dagmar Metzger von der SPD und den anderen aus ihrer Gruppe im Nachhinein noch recht geben: Stasi-Methoden, Bespitzelungen, Manipulationen – das klingt übel für die Partei, in den Ohren der Wähler aber auch. Fröhliches Jahresendfest!

Einer dagegen wird sich still freuen. Alle sind sie angetreten, ihn endlich aus dem Amt zu bringen, und nun treten die sich alle untereinander und gegenseitig, so dass schon neue Affären kommen müssten, um ihn zu gefährden: Roland Koch. Der macht ihnen auch vor, allen Linken, wie es geht, geradezu maoistisch: indem er ihre Forderungen übernimmt und sich außerdem gestrafft, ernst, regsam und einig mit seiner Partei zeigt. Da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, würde Koch nicht wiedergewählt. Allerdings glauben Christdemokraten ja, dass es ihn gibt.

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