Meinung : Hier spielt die Musik

DER „ECHO“ BLEIBT IN BERLIN

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Das Tauziehen um die Zukunft des „Echo“, des deutschen Musikpreises, ist ein Prestigeduell der Branchenriesen. Warner (mit Sitz in Hamburg) will, dass die GlamourShow nach Hamburg zieht. Universal (mit Sitz in Berlin) will, dass sie bleibt, „wo die Musik spielt“, wie es einmal hieß – also in Berlin. Jetzt, da der „Echo“ bleiben darf, wird diese Entscheidung auf die Musikszene der Hauptstadt ebenso wenig Einfluss haben wie auf die Hamburgs. Zumal die opulente Selbstinszenierung der Popindustrie ohnehin jenen Bands und Künstlern gilt, die sich längst im internationalen Geschäft durchgesetzt haben, also über den lokalen Charme einer Szene hinausgewachsen sind. Schön ist es trotzdem. Und nützlich auch, da mit dem Ruf Berlins, die deutsche Pop-Hauptstadt zu sein, mindestens einhergeht, dass sich ein Etikett durchsetzt. Auch wenn niemand genau sagen kann, was den Pop dieser Hauptstadt ausmacht. Mangel an Respekt oder rotzige Selbstdemontage? Melancholische Bitterkeit oder debiler Höhenflug? Meist weiß man es erst, wenn man es hört – vielleicht in einem der letzten Clubs ohne Klimaanlage, auf dessen Bühne ein Typ von nebenan steht. KM

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