Meinung : Hochfliegend

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Es geht wieder was an der Börse – und Berliner Unternehmen gehen mit. Das ist ein Grund zur Freude, denn so furchtbar oft machen Firmen aus der Hauptstadt am Kapitalmarkt nicht von sich reden. Mit Air Berlin landet nun ein großer Name auf dem Parkett. Die Fluggesellschaft könnte – wenn alles gut geht – am 5. Mai bis zu 800 Millionen Euro an der Börse einnehmen. Geld, das die mit Verlust fliegende Air Berlin braucht, um im harten Markt der Billigflieger weiter wachsen zu können. Tatsächlich ausgeben kann Air Berlin allerdings deutlich weniger. Denn knapp die Hälfte des Betrags dürften die Altaktionäre kassieren, die sich von ihren Anteilen trennen. Das gibt dem Börsengang einen Beigeschmack. Die Eigentümer haben das schnelle Wachstum der Gesellschaft in 15 Jahren finanziell ermöglicht. Insofern ist es nicht anrüchig, dass sich ihr Engagement nun auszahlt. Stellt Air Berlin allerdings bald fest, dass der Börsengang nicht genug eingebracht hat, um die Expansion zu finanzieren, werden sich Privatanleger erinnern. Sie kaufen nämlich keine Aktien, um den Ruhestand der Altaktionäre zu vergolden, sondern weil sie hoffen, dass Air Berlin eine Erfolgsgeschichte bleibt. mot

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