Meinung : Höchst verdächtig

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Wer aus dem alten Europa ins neue Amerika fliegen will, ist allerhand gewohnt, vom Tomatensaft über den Tütenkaffee bis zur EconomyThrombose. Gemessen an diesen Risiken wirkt der frisch erwachte Datenhunger der US-Sicherheitsbehörden eher wie eine Petitesse; FBI und CIA, DIA und NSA brauchen nun mal Informationen wie ein Hund seinen Knochen, und deshalb möchten sie Flugreisende aus Europa künftig im Verdachtsfall tüchtig melken. Kreditkartennummer, Reservierungsdaten, Sitznummer, was die Computer eben so hergeben. Interessanterweise gehört zum Informationspaket aber auch das Menü, das der Fluggast bestellt hat. Warum? Sitzt beispielsweise ein adretter, glatt rasierter Geschäftsmann im Flieger, höflich, perfektes Englisch, der aber beim Anblick eines Schinkensandwichs aufspringt und hysterisch Stoßgebete gen Mekka schickt – dann ist wieder ein Verdachtsfall begründet. Der Kryptoislamist ist zum Nachfolger des Kryptokommunisten geworden, der sich freilich so lange tarnte, bis er selbst nicht mehr wusste, wer er eigentlich war. Besonders gefährlich! Sitzt also demnächst ein adretter Geschäftsmann im Flieger, der säuft und Schweinefleisch verschlingt, ist Wachsamkeit geboten. Es könnte ein verwirrter Terrorist sein.

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