Holocaust-Gedenktag : Verletzend

Das Unverständnis, auf das die Absage des Zentralrats der Juden an die Veranstaltung des Parlaments zum Holocaust-Gedenktag gestoßen ist, ist eben dies: unverständlich.

Es gibt wirklich wenige Gelegenheiten im Jahr, wo der Bundestag nicht nur Volksbühne ist, sondern Forum der deutschen Öffentlichkeit sein muss. Im allerbesten Sinn. Eine solche Gelegenheit ist der Holocaust-Gedenktag. Da haben sich die Nachfahren der Täter, verdammt nochmal, gegenüber den Nachfahren der Opfer so zu verhalten, wie es Verantwortung und Respekt gebieten. Dass Bundestagspräsident Lammert die Absage des Zentralrats der Juden, an der Veranstaltung im Parlament teilzunehmen, unverständlich findet, ist es selbst: unverständlich. Und er ist nicht allein damit. Die Juden in Deutschland fühlen sich nicht gut behandelt über die Jahre. Nicht einmal begrüßt werden sie im Bundestag. Ja, was denken sich ihre Kritiker? Sie sollen sich nicht so haben? Sollen vielleicht anrufen, sich beschweren, vorher anständiges Benehmen verlangen? Und dann geht der Bundestagspräsident im Plenum mit keiner Silbe des Bedauerns darauf ein. Kein Wunder, dass solches Verhalten, mitten in der Gesellschaft, die jüdischen Deutschen trifft. Als sei das Gedenken keines für die Opfer. Wir tun uns lieber selber leid, so wirkt es. Wie verletzend. Und das an diesem Tag. cas

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