Meinung : Holocaust-Mahnmal: Schiefe Botschaft

BS

Vom Holocaust-Mahnmal war lange nichts mehr zu hören. Die Bauarbeiten haben begonnen, auch wenn es eher nur Vorarbeiten sind. Jetzt aber drohen selbst die zum Stillstand zu kommen - nicht wegen mangelnden Geldes, sondern weil der Architekt einen neuen Einfall hat. Schiefer statt Beton - das wirft nicht nur alle Kostenschätzungen über den Haufen, sondern verändert auch das Aussehen des Mahnmals. Und es verändert seine Aussage. Denn die unerbittliche Gleichförmigkeit der Beton-Stelen sollte auf die fabrikmäßige Organisation des Holocaust verweisen. Nur eine Interpretationsfrage - und zwar nach Belieben des Architekten? Durchaus nicht. Gerade weil es sich beim Holocaust-Mahnmal um eine symbolische Aussage des vereinten Deutschland handelt, steht die vom Bundestag beschlossene Gestaltung nicht zur Disposition. Kuratoriums-Vorsitzender Thierse muss alsbald in New York anrufen, um Peter Eisenman über die Grenzen seiner Architekten-Allmacht aufzuklären.

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