Meinung : Holocaust-Poster: Stilwechsel

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Was hat sich in Berlin eigentlich seit dem Senatswechsel verändert? Zum Beispiel das: Der neue Regierende Bürgermeister unterstützt den Bau des Holocaust-Mahnmals. Das ist mehr, als unbedingt nötig ist. Aber der Vorgänger von Klaus Wowereit tat weniger als unbedingt nötig: Eberhard Diepgen hatte gegen das Mahnmal protestiert. Nicht als Demonstrant, wie die Mitglieder der NPD, sondern als Ignorant. Dem symbolischen Baubeginn Anfang des vergangenen Jahres war Diepgen trotzig fern geblieben. Erst sprach er von Terminschwierigkeiten, dann erklärte er, das Stelenfeld von Eisenman ja nie gewollt zu haben. Sollte er Zustimmung heucheln? Doch so zugespitzt, wie Diepgen tat, hatte sich die Frage nie gestellt. Es war eine Stillosigkeit des damaligen Regierenden Bürgermeisters, die Veranstaltung zu boykottieren. Die Entscheidung war schließlich gefallen. Er hätte kommen und schweigen können. Seine Meinung war bekannt, aber hier ging es nicht um ihn, sondern um eine würdige Vertretung der Stadt, in der das Mahnmal gebaut wird. Das holt Wowereit jetzt nach. Ein Stilwechsel, jedenfalls in dieser Frage. Und zwar ein mutiger: Die Kampagne für die Spendensammlung provoziert. Warum auch nicht?

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