Hugh Laurie : „Ich bin zum Glück kein Hypochonder“

Er ist Sänger und Autor, vor allem aber ist er Darsteller skurriler Charaktere: Nun hört Hugh Laurie als Dr. House auf. Ein Porträt.

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Foto: Reuters Foto: REUTERS
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Auch der weltberühmteste Fernseharzt muss aufhören, wenn die Diagnose so schlimm ist: Bei „Dr. House“ gehen die Quoten bedrohlich nach unten. Keine Therapie in Sicht, kein Gegenmittel. Im US-Fernsehen ist „Dr. House“ bereits am Ende, im Deutsch-TV schickt RTL von heute an die definitiv letzten 14 Folgen der achten Staffel auf Sendung.

Hugh Laurie hat sich längst verabschiedet von seinem Ausnahmeerfolg über 176 Episoden. Er macht Musik, auch in Deutschland war er auf Tournee. Die Konzertbesucher wollen mindestens so sehr den Darsteller des „Dr. House“ live erleben, wie sie dem Blues-Interpreten klatschen.

Sein Mediziner fällt raus aus der Gilde der Fernsehärzte. Gregory House ist ein auf Infektionskrankheiten spezialisierter Diagnostiker, seine Patienten rühren ihn so wenig wie sein Team. Laurie spielt House mit Härte und Zynismus, was er nur Ehrlichkeit nennen würde, vielleicht, weil der Arztsohn bei eigenen Krankheiten vom Vater gehört hat, dass das wieder vorbeigehe. In der Biografie des 53-jährigen Engländers steckt viel, was David Shore, den Erfinder der US-Serie, für Lauries Engagement begeistern konnte. Geboren in Oxford, hat er das College in Eton und die Universität in Cambridge absolviert.

Von akademischen Erfolgen ist nichts bekannt, wohl aber von sportlichen: Laurie schaffte es bis in den Cambridge-Ruder-Achter. Außerdem boxt er, der Wettkampf- Duktus, mit dem Dr. House jede Krankheit angeht, ist Laurie nicht fremd. „Ich bin zum Glück kein Hypochonder“, sagt er.

Hugh Laurie ist Musiker, er ist Autor, gerade schreibt er mit „The Paper Soldier“ seinen zweiten Roman, als Schauspieler ist er kein Tragöde, sondern ein Komödiant. So hat er es 1989 an die Seite von Rowan Atkinson in der Comedy- Reihe „Black Adder“ geschafft, wurde mit dem Kino-Exzentriker Stephen Fry für die Serie „A Bit of Fry and Laurie“ gefeiert. Für Hollywood hat der dreifache Familienvater, der zwischen L.A. und London pendelt, bei „101 Dalmatiner“, den „Stuart Little“-Filmen, auch in dem Thriller „Street Kings“ mitgewirkt. Aber keine Rolle hat Laurie so berühmt gemacht wie „Dr. House“.

Droht dem Schauspieler das Klausjürgen-Wussow-Schicksal? Die Burgtheater-Größe spielte in der „Schwarzwaldklinik“ den Professor Brinkmann. Für Wussow war das der Ruin: Ein andere Rolle als die des Wunderheilers war nicht mehr drin. Eine Diagnose, die man Hugh Laurie nicht stellen möchte.

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