Hungerkrise in Afrika : Von Dürre zu Dürre

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Die sich abzeichnende Hungerkrise in der Sahelzone ist anders. Es ist kein Krieg, der sie auslöst. Diesmal sind auch nicht in erster Linie schlechte Regierungen schuld daran, dass das Leben von bis zu neun Millionen Menschen in Niger, Mauretanien, Mali bedroht ist. Es sind die in immer kürzeren Abständen wiederkehrenden Dürren, die zur Krise führen. Erst im vergangenen August hat die neue demokratische Regierung in Niger ein Investitionsprogramm von 21,9 Millionen Dollar für Bewässerungsanlagen aufgelegt. Und im Gegensatz zur autokratischen Regierung des 2010 durch einen Militärputsch gestürzten Mamadou Tandja, der 2005 den Hunger schlicht leugnete und den Vereinten Nationen die Verteilung von Lebensmitteln verbot, hat die aktuelle Regierung schon im Herbst vor Engpässen gewarnt. Auch das Militärregime, das vor einem Jahr die Rückkehr zur Demokratie möglich machte, hat 2010 bei der bisher letzten Hungerkrise deutlich rationaler reagiert. Doch in Niger wird es immer Hunger geben. Das Land ist knochentrocken, die Wüste breitet sich immer weiter aus, Wälder gibt es nicht mehr, und die Bevölkerung wächst. Dagegen und gegen die Folgen des Klimawandels kommt kein Krisenmanagement an.

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