Meinung : Hungern für Saddam

BAGDAD LEHNT LEBENSMITTELHILFE DER UN AB

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Die Vereinten Nationen wollten in der IrakPolitik wieder mitmischen. Die Neuauflage des Hilfsprogramm „Öl für Lebensmittel“ wäre ein wichtiger, wenn auch bescheidener Schritt gewesen. Aber Saddam Hussein hat die Hilfe, die in erster Linie seinem unterdrückten Volk geholfen hätte, abgelehnt. Die daraus zu ziehenden Schlüsse sind vielfältig: Das irakische Regime dokumentiert damit, dass ihm das Überleben seines Volkes unwichtig ist. Die Vereinten Nationen bleiben im Irak-Krieg weiter in der Zuschauerrolle. Und das Gerangel im Vorfeld um den Resolutionstext zum Hilfsprogramm zeigt, dass es vielen Beteiligten nur ums Geld geht. Denn als der Irak noch selbst bestimmen durfte, in welchen Staaten die Erlöse aus den Ölverkäufen für Lebensmittel und Medikamente bestellt wurden, kamen amerikanische und britische Unternehmen zu kurz. So zumindest die Lesart in Washington und London. Saddam gab das Geld – bis heute rund 65 Milliarden Dollar – lieber in Russland und Frankreich aus. Das Völkerrecht nimmt jetzt Amerikaner und Briten in die Pflicht, die Menschen im Irak zu versorgen. Und denen sind die wirtschaftspolitischen Interessen egal. Die Iraker fürchten jeden Tag um ihr Leben. Zuerst wegen der Bomben. Und jetzt auch wegen fehlender Hilfe. lha

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